Akademisches Gymnasium Salzburg produziert mit Radiofabrik weitere Hörstolpersteine

Ab Februar 2016 wird im Akademischen Gymnasium in Salzburg an weiteren 10 Salzburger Hörstolpersteinen gearbeitet.

Die Klasse 4b mit ihrem Geschichtelehrer Hannes Straubinger widmet sich in diesem Semester intensiv dem Thema. Mehrere ZeitzeugInnen waren schon zu Gast, es gab einen Workshop zu den Stolpersteinen mit Gert Kerschbaumer und einen ersten Radioworkshop mit Eva Schmidhuber und Carla Stenitzer von der Radiofabrik.

Ab März arbeiten die SchülerInnen nun an „ihrem“ Hörstolperstein, recherchieren zu den Biographien, führen Interviews, gestalten ihre Beiträge und produzieren sie mit Hilfe der Radiofabrik fürs Radio.

Unterstützt wird dieses Projekt vom Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus und vom Land Salzburg.

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Stolpersteine Salzburg: Neue Beschmierungen

Bereits die dritte Folge an Schändungen binnen kurzer Zeit

Der oder die Täter waren am vergangenen Wochenende wieder aktiv und haben wieder zahlreiche der 217 Stolpersteine in der Stadt Salzburg beschmiert. Die Stolpersteine sind kubische Betonsteine mit einer Kantenlänge von zehn Zentimetern, auf deren Oberseite sich eine individuell beschriftete Messingplatte befindet. Sie werden vor den letzten frei gewählten Wohnadressen der NS-Opfer niveaugleich in das Pflaster des Gehweges eingelassen.
Es ist dies bereits die dritte derartige Beschädigung der Kleindenkmäler binnen kurzer Zeit. Wurde bei der ersten Tranche im Oktober 2013 an Beschädigungen der Täter – ein 20jähriger mit einschlägig rechtsradikalem Hintergrund – verhaftet, so konnten die Täter der zweiten Beschmierung noch nicht ausfindig gemacht werden.
Die aktuellen Beschmierungen – bekannt sind bislang Schäden in der Rupertgasse, der Kaigasse und im Bärengäßchen – wurden dem Personenkomitee Stolpersteine heute Montag, 18. November, von Bürgern frisch gemeldet.

Das Personenkomitee Stolpersteine hat wie bei den vorhergehenden Beschädigungen wieder Anzeige wegen Wiederbetätigung erstattet und die Stadt Salzburg informiert, um die Stolpersteine wieder zu reinigen. Die neuesten Beschmierungen kommen unmittelbar vor der geplanten Versiegelung der 217 Stolpersteine, welche die Firma Nanopool der Stadt Salzburg als Eigentümer der Stolpersteine in Form eines Sponsorings angeboten hat.

In Salzburg hat sich mittlerweile eine „Plattform gegen Rechts“ formiert. Hier der Link zu einem Radiofabrik-Beitrag darüber:
http://cba.fro.at/249553

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Salzburg: Zahlreiche Stolpersteine beschmiert

In den letzten Wochen häufen sich die Schändungen an den Gedenksteinen für die Opfer der NS-Diktatur.

Stolpersteine wollen die Erinnerung an die Vertreibung und Vernichtung von Juden, von Roma und Sinti, von politisch Verfolgten, von Homosexuellen, von Zeugen Jehovas, von Zwangsarbeitern und von Euthanasieopfern im Nationalsozialismus lebendig erhalten. Die Erinnerung an das Schicksal dieser Menschen erfolgt durch »Pflastersteine« aus Messing, die vor der letzten selbst gewählten Wohnadresse des Opfers in den Boden eingelassen werden.

217 Stolpersteine wurden in der Stadt Salzburg seit 2007 auf öffentlichem Grund verlegt. Die Stolpersteine sind kubische Betonsteine mit einer Kantenlänge von zehn Zentimetern, auf deren Oberseite sich eine individuell beschriftete Messingplatte befindet. Sie werden vor den letzten frei gewählten Wohnadressen der NS-Opfer niveaugleich in das Pflaster des Gehweges eingelassen und gehen nach der Verlegung in das Eigentum der Stadt Salzburg über.

Wurden bereits 2011 drei Stolpersteine in der Arenbergstrasse ausgegraben und entwendet, so häufen sich in den letzten beiden Wochen im Zentrum der Stadt Salzburg die Schändungen dieser Gedenksteine. Wurden die ersten beiden Stolpersteine in der Faberstrasse noch mit Stift übermalt, so sind der/die Täter nun dazu übergegangen, die verlegten Stolpersteine im Bereich der Linzergasse und Wolf Dietrich Strasse mit einer teerartigen Substanz zu übergießen. Derzeit sind dem Personenkomitee neun Stolpersteine, die von dieser Schmieraktion betroffen sind, bekannt.

Für das Personenkomitee Stolpersteine mit seinen 280 Mitgliedern ist diese Form der Beschädigung ein eindeutiger politischer Akt der Wiederbetätigung – das Personenkomitee hat deshalb Strafanzeige gegen Unbekannt erstellt und hofft bei der Aufklärung des Falles auf die Mithilfe aufmerksamer BürgerInnen sowie des Bundesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung.

Stolperstein Kohn beschmiert
Bild: Beschmierter Stolperstein für Hermann Kohn

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Unbekannte Opfer

Im Laborbuch des KZ Neunegamme findet sich die Nummer 2329330. Am 24. Februar 1942 wurde die Person zur Urinuntersuchung eingetragen, mit dem Vermerk Russe statt eines Namens. Über das Genaue Schicksal des Häftlings können wir heute nur spekulieren. Die Nummer wurde ihm wohl als Kriegsgefangener zugeteilt. Da von der SS in diesem Zeitraum ca. 1000 Kriegsgefangene gesondert in einem nochmals umzäunten Teil innerhalb des KZ untergebracht wurden. Die SS lies die sowjetischen Kriegsgefangenen in Neuengamme noch schlechter Versorgen als den Rest des Lagers. Viele verhungerten einfach. Im laufe des Jahres 1942 wurden zwei Tötungsaktionen mit Zyklon B durchgeführt bei denen insgesamt 448 Kriegsgefangene ermordet wurden. Im Juni wurden die letzten überlebenden, 348 Kriegsgefangenen in das KZ Sachsenhausen überführt.

Oft wissen wir über die Hintergründe von Opfern des NS heute über 70 Jahre danach nicht mehr viel. Stellvertretend für die vielen Opfer haben wir hier die Nummer 2329330 herausgegriffen. Im Rahmen von Recherchen tauchen immer wieder unbekannte Personen auf. Wir kennen keine Namen, keine Geburts- oder Wohnorte.

Waren sie Jüdinnen? Wurden sie verfolgt, da sie eine politische Gegnerin und im Widerstand aktiv war? Oder Wurde sie als Zwangsarbeiterinnen verschleppt. unbekannte opfer

 

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Dr. Ernst Ehrlich, Erfurt

Der Arzt Dr. Ernst Ehrlich wurde am 13. Juli 1874 in Beuthen, im heutigen Polen geboren. Er studierte in Berlin und Breslau Medizin und war seit dem 19.April 1902 in Erfurt als Facharzt für Magen- Darm- und Stoffwechselkrankheiten niedergelassen. Zwischen 1933 und 1938 wohnte und praktizierte er im ersten Stockwerk des Gebäudes in der Bahnhofstraße 40.
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Max Beer, Erfurt

Wir erhielten die traurige Nachricht, dass unsere geliebten Eltern, Gattin, Schwester, Sohn und Neffe

Siegmund Klaar
Gitta Klaar geb. Sitzmann
Irma Beer geb. Klaar
Günther Max Beer

schon im September 1942 dem Nazi Terror zum Opfer gefallen sind.

Martin Klaar & Bettina Klaar geb. Jüngsler, Kurt Beer, Luis Sitzmann, Lina Rosenblatt geb. Klaar und Hulda Klaar

Todesanzeige aus der New Yorker Zeitung „Aufbau“ vom Freitag dem 7. Februar 1947

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Blondina Schüftan, Erfurt

„Frau Dina Schüftan , geborene Mayer, geboren am 7.8.1887 in Düsseldorf, wohnhaft in Erfurt, Friedrichstrasse 13, ist die Witwe unseres am 26. März 1936 verstorbenen langjährigen Gemeinderabbiners, des unvergesslichen Herrn Max Schüftan. Schon während der Amtszeit ihres Mannes hat Frau Schüftan in Gemeinschaft mit ihrem Manne die Wohlfahrtspflege, Berufsumschicht und Auswanderung unserer Gemeinde und darüber hinaus des ganzen Gebiets Südsachsen-Thüringen aufgebaut.“

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Dr. Hilde Spier und Carl Ludwig Spier, Erfurt

„Meine ersten fünf Jahre waren die glücklichsten meines Lebens. Mein Bruder Rolf war zwei Jahre jünger. Wir bewohnten ein herrliches Haus in guter Wohnlage. Es lag im Grünen, hatte einen großen Park an dem sich gemächlich ein kleiner Fluß entlang schlängelte. Ich erinnere mich an diese Details zwar nicht, aber meine Mutter war eine begeisterte Fotografin, und wie durch ein Wunder fand ich nach Kriegsende die Alben wieder, in der sie alle Bilde geklebt hatte. So sah ich das schöne Fachwerkhaus, von dem wir ein Stockwerk bewohnten. Am liebsten tummelten wir uns auf der Terassse, wo meine Mutter und unablässig beim Spielen und den kleinen Alltagsbeschäftigungen knipste – wie übrigen später in Brüssel.“

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Hinterfragung der Deutschen Erinnerungskultur

Beim Grübeln über den Umgang mit der deutschen Geschichte, insbesondere der NS-Geschichte, landet man schnell bei den allgemeinen Auffassungen der Erinnerung und des Gedenkens. Erinnerung schreibt uns schon im Begriff die emotionale Komponente mit vor. Gedenken hingegen wird im öffentlichen Bewusstsein als Staatsangelenheit wahrgenommen. Die Begriffe und ihre Auslegung dienen der eigenen deutschen Identitätsstiftung.

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Stolpersteine – eine problematische Form des Opfergedenkens

Gunter Demnigs Stolpersteine haben in den vergangenen Jahren einen regelrechten Begeisterungstaumel bei Befürwortern der Gedenkform ausgelöst. Die Art und Weise, wie das Projekt durch Demnig selbst und durch Geschichtsvereine und Privatpersonen möglichst öffentlichkeitswirksam vermarktet wird, kann als Ausdruck jener brachialen Gedenk- und Erinnerungskultur angesehen werden, die in gewisser Weise typisch für die BRD ist. Die Erfolgsmarke Stolpersteine und deren Befürworter zeigen sich resistent gegenüber öffentlich geäußerter Kritik. Dabei  haben vor allem Akteure der Gedenkarbeit und VertreterInnen von Verfolgtengruppen eine distanzierte und ambivalente Haltung zu den Stolpersteinen.

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